Stillberatung im Überblick

StillberaterIn ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Das heißt, auch ohne entsprechende Ausbildung ist es Menschen möglich, sich StillberaterIn zu nennen und diese Leistung auch zu verkaufen.

StillberaterInnen im Überblick

StillberaterIn EISL (Europäisches Institut für Stillen und Laktation)

Die Qualifikation zur StillberaterIn EISL richtet sich an jene Personen, welche beruflich immer wieder mit Still-Fragen in Berührung kommen.

Die Fortbildung besteht aus einer 6-tägigen intensiven Auseinandersetzung mit den Grundthemen, wie Stillbeginn und Behandlung der häufigsten Still-Probleme. Eine Abschlussprüfung ist Teil der Ausbildung.

Medizinische Fachpersonen, welche an der Seminarreihe Intensiv zur Vorbereitung auf das IBCLC Examen teilgenommen haben, erhalten automatisch den Titel StillberaterIn EISL.

Bei der Seminarreihe intensiv handelt es sich um eine umfangreiche 4-teilige Fortbildung von insgesamt 240 h. Das Verfassen einer Facharbeit sowie ein 40 stündiges Praktium in einem Fachbereich (Begleitung einer Hebamme, Wochenbettstation, Neonatologie, etc.) stellt neben der theoretischen Ausbildung einen wichtigen Teil dar.
Alle TeilnehmerInnen haben einen medizinischen Grundberuf und bereits viel Erfahrung in der direkten Stillberatung.

IBCLC – International Board Certified Lactation Consultant

Eine IBCLC StillberaterIn hat eine Grundausbildung im medizinischen Bereich. IBCLCs arbeiten im klinischen Bereich, sowie freiberuflich außerhalb eines klinischen Settings.

Nach einem erfolgreich absolvierten Examen erfolgt die Zertifizierung als IBCLC durch das International Board of Lactation Consultant Examiners (IBLCE). Dies ist die höchste internationale Auszeichnung, welche zum Thema Stillen erreicht werden kann.

Um zum Examen zugelassen zu werden, ist ein Nachweis der medizinischen Ausbildung, mindestens 1000 Stunden Arbeitspraxis in der direkten Stillberatung, sowie eine qualitative Fortbildung im Fachbereich Muttermilch-Ernährung von mind. 90 Stunden (zB beim EISL) vorzuweisen.

Um den Qualitätsstandard zu garantieren, muss der Titel „IBCLC“ nach fünf Jahren durch Fortbildung und nach zehn Jahren durch erneute Teilnahme am Examen bestätigt werden.

ÖAFS – Österreichische Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen

Die Stillberaterinnen des AFS sind ausschließlich ehrenamtlich tätige Frauen. Voraussetzung für die Ausbildung zur AFS Stillberaterin ist die eigene Erfahrung als Mutter. Eine medizinische Grundausbildung ist hierfür nicht nötig. Die Ausbildung umfasst insgesamt 24h.

Die Kurseinheiten sollten über einen Zeitraum von 2 Jahren besucht werden.
Viele der AFS BeraterInnen, haben sich durch viel Engagement viel Wissen angeeignet.

LLL – La Leche Liga

La Leche Liga ist eine gemeinnützige Institution und wurde als Selbsthilfegruppe 1956 in den USA gegründet. Inzwischen hat sich La Leche Liga weltweit etabliert. LLL hat den Grundstein zur medizinisch-fachlichen Ausbildung zur IBCLC StillberaterIn gelegt.

In Österreich ist LLL seit 1979 etabiliert. Weltweit gilt LLL als die größte Frauenselbsthilfe-Organisation und basiert auf dem Grundgedanken: Mütter helfen Mütter.
Eine La Leche Liga Stillberaterin arbeitet ausschließlich ehrenamtlich und hat garantiert eigene Stillerfahrung.

Darüber hinaus ist die regelmäßige Teilnahme an LLL Stilltreffen, sowie ein Empfehlungsschreiben einer bereits aktiven LLL Beraterin Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung.

LLL bietet zur Ausbildung keine Seminare oder Kurse an. Die Teilnehmerinnen erarbeiten sich das Fachwissen von zu Hause aus.

DAIS – Deutsches Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung

Mitglieder der AFS gründeten 2013 diese gemeinnützige Unternehmergesellschaft.
DAIS StillbegleiterInnen arbeiten nicht ausschließlich ehrenamtlich. Häufig bringen sie ihr Wissen in ihre berufliche Tätigkeit mit ein.

Die Ausbildung umfasst 3 Wochenenden zu insgesamt etwa 11 h jeweils, sowie ein Selbststudium der Unterlagen. Es sind auch Männer zur Ausbildung zugelassen.